Irgendwo zwischen Konsum, Inszenierung und Unsicherheit (Teil 2)

Nachdem also festgestellt wurde, dass ein winziges neues Leben in meinem Bauch wächst (siehe Teil 1), bekam ich nicht nur den Ausdruck des Ultraschallbildes desselbigen mit nach Hause, sondern auch eine grüne Stofftasche. Darin befand sich zahlreiches Infomaterial in Form von Heften und Flyern. Außerdem natürlich reichlich Werbung, da ich mit der Schwangerschaft Teil einer […]

Irgendwo zwischen Konsum, Inszenierung und Unsicherheit (Teil 1)

Der „Muttertag“ wird von kritischen Stimmen heftig diskutiert und das ist auch gut so. Und der heutige „Muttertag“ ist der Tag, an dem ich, nach Jahren als stumme Leserin von kritischen Meinungen (nicht nur) über das Muttersein nun auch mal meinen Senf dazugeben möchte.

Texte wie diesen habe ich so ähnlich schon seit längerer Zeit unfertig „auf Halde“ liegen. Immer mal wieder habe ich sie ergänzt, denn Gedanken mache ich mir zu den Themen rund ums Kinderkriegen schon lange. Insbesondere jetzt, da ich selbst Mutter werde – oder es ja eigentlich schon bin. Es geht um das Hinterfragen von (Konsum-)Entscheidungen. Um die Frage, wie das Internet unser Empfinden beeinflusst und was wir als normal verstehen. Und es geht um Schwangerschaft und Muttersein in diesem gesamten Kontext. Puh. Obwohl es thematisch gar nicht zu diesem Blog passt, und obwohl es sich nur um Versuche handelt, zu erklären, was mich bewegt, habe ich mich doch entschieden, diese Gedanken hier zu teilen. Nicht zuletzt hat mir die heutige Story von Ninia LaGrande auf Instagram den entscheidenden Schubs gegeben. 

Wohl kaum etwas wird so kontrovers und emotional diskutiert wie alles rund ums Kinderkriegen. Das fängt beim (manchmal unerfüllten) Kinderwunsch an und geht weit über Schwangerschaft und Geburt hinaus bis hin zu Fragen der Kinderbetreuung, den beruflichen Chancen von Müttern und dem Problem mit der Anerkennung von Care-Arbeit, um nur ein paar wenige ganz heiße Themen zu nennen. Vieles davon ist hochpolitisch, vieles erhitzt die Gemüter und erregt die Moralapostel, und manches erzeugt ein fröhliches „Ka-ching!“ in den Kassen derer, die es geschafft haben, Kinderkriegen und Konsum(zwang) geschickt miteinander zu verbinden. Ich könnte behaupten, ich stünde gerade erst am Anfang dieses verrückten und nervenaufreibenden Strudels, doch das stimmt nicht. Denn mit Ansichten über Mutterschaft werden bereits kleine Mädchen konfrontiert, bevor sie überhaupt wissen, dass sie einen Uterus haben.
Da das alles ganz schön viel Senf ist, werde ich meine Gedanken dazu irgendwie in Kategorien zu teilen versuchen und ab und an immer mal einen Text posten. Ich fange mal mit einem kurzen Abriss meiner eigenen Schwangerschaftsgeschichte an.

Ein holpriger Start, überschrittene Grenzen und beginnende Verunsicherung

Letztes Jahr im August war ich zum ersten Mal seit langem in einer gynäkologischen Praxis. Jahrelang hatte ich auf den Besuch ebensolcher verzichtet, da mir die konsequente Ignoranz gegenüber nicht-hormonellen und nicht-invasiven Verhütungsmethoden von GynäkologInnen, die mir zuvor begegnet war, schlichtweg auf den Zeiger ging. 

Dass die Ärztin, welche mir an jenem Tag zur Schwangerschaft gratulierte, dies tat, obwohl das, was sie im Ultraschall als werdendes Menschlein erkannt haben will, vielleicht nie lebte oder nur ganz kurz, wusste ich natürlich nicht. Ich war glücklich, denn ich hatte mir ein Kind gewünscht. Es folgte eine kurze Abfrage von Risikofaktoren: Ob ich chronische Erkrankungen habe, Extremsport betreibe, mit Chemikalien arbeite? Nein. Gut. Ein kurzer Hinweis, dass ich nun bitte kein rohes Fleisch mehr essen sollte. Und schon ist die erste Verunsicherung da. 

Im Anschluss durfte ich dann gleich den ersten schwangerschaftsbedingten Übergriff auf meine Privatsphäre erleben – durch eine Arzthelferin, die mir bei der Blutabnahme beiläufig die Frage stellte: „Und, wie lange haben Sie es denn probiert?“ Ich war noch immer zu glücklich über die frohe Nachricht, um mich in diesem Moment darüber zu ärgern, dass hier bereits eine Grenze überschritten war. Und so antwortete ich wahrheitsgemäß: „Ich weiß es nicht“. Was aber, wenn ich es gar nicht „probiert“ hätte, sondern möglicherweise ungewollt schwanger wäre? Was, wenn ich es schon so lange „probiert“ hätte, dass ich an meinem Körper zu zweifeln begonnen hätte? Oder wenn ich trotz erfolgreichem „Probieren“ ein oder mehrere Kinder verloren hätte? In dem Moment fand ich die Frage skurril, aber ich scherte mich nicht weiter darum. Ich ging nach Hause und zeigte meinem Mann eine Ultraschallaufnahme, auf der nur mit viel Fantasie etwas zu erkennen war. Dass er diese eher kritisch beäugte, hätte mich stutzig machen können.

Zwei Wochen später hatte ich einen erneuten Termin in der gynäkologischen Praxis, diesmal bei dem eigentlich für Schwangere zuständigen Arzt, der zuvor im Urlaub gewesen war. Nach einem Blick in meine Akte und der Frage „Warum haben Sie denn schon einen Mutterpass?“ wurde ich tatsächlich stutzig. Es folgten: Ein Ultraschall und die Aussage „Hier ist etwas schief gelaufen“, Tränen, die Überweisung ins Krankenhaus zwecks Abrasio. Am Ende des Tages lag ich mit dicken Einlagen im Schlüpper im Bett und war physisch und emotional leer. 

Nach diesem Erlebnis versuchte ich mich mit viel Arbeit abzulenken. Trauer? Ich doch nicht. Aber ich ärgerte mich darüber, dass den „dunklen“ Ereignissen rund um die Schwangerschaft so wenig Raum gegeben wird. Erst nachdem ich selbst mit einem solchen Ereignis konfrontiert war, zeigten sich andere Frauen aus meinem Umfeld erkenntlich. Vielen ist so etwas selbst einmal passiert. Manchen mehr als einmal. Und manche waren nicht, so wie ich, in der 8. Schwangerschaftswoche, sondern deutlich weiter. Wahrscheinlich auch deswegen spielte ich meine eigene Situation herunter. Aber ich wunderte mich zunehmend darüber, mit welcher Selbstverständlichkeit Schwangerschaft (und zwar nur die glückliche, problemlose Variante) im allgemeinen Bewusstsein der Öffentlichkeit immer noch verankert ist.

Aus meiner unterdrückten Trauer wurde erst Wochen später eine Wut, die sich gegen alles richtete. Insbesondere gegen mich selbst, ich zweifelte an meinem gesamten Lebensentwurf. Verunsicherung auf allen Kanälen. Und dann hielt ich völlig unerwartet Anfang Dezember wieder einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen. Obwohl ich geglaubt habe, dass ich die fast schon schwachsinnige Freude vom ersten Mal nie wieder werde empfinden können, freue ich mich über diese Schwangerschaft und auf mein Kind. Doch die Angst ist immer mit dabei, denn dass ich ein Kind bekomme, ist nicht selbstverständlich, das weiß ich nun zu gut. Leider wird an ziemlich vielen Stellen (auch im Internet) mit dieser Angst gespielt, es wird versucht, Geld damit zu machen, und der Druck, als Schwangere alles richtig zu machen, ist enorm. Doch dazu vielleicht demnächst mehr.

Pebble 2.0 – Der Türstopper (mit Anleitung)

Ganz lange schon hatte ich vor, den Türstopper „Pebble“, den ich vorletztes Jahr für unsere Terrassentür hergestellt habe, noch einmal zu arbeiten, und dabei ein kleines Tutorial zu erstellen. Immerhin ist damals aus einem Resteverwertungs-Rumdaddel-Projekt ein praktisches Teil entstanden, auf das ich immer noch stolz bin. Nun habe ich es endlich geschafft und dabei sogar […]

12 von 12 – April 2018

Nach langer 12v12-Pause mache ich nun auch mal wieder mit. Alle anderen, die heute ihren Alltag teilen, sind bei Caro von Draußen nur Kännchen zu finden!

Zugegeben, ich habe es völlig verpennt, dass heute der 12. ist. Ich habe heute Vormittag keine Termine und kann deshalb den Luxus von Kaffee und Tageszeitung im Bett genießen. Nach Dusche und Frühstück geht es an den Schreibtisch – und da fällt es mir erst ein! Gegen halb zwölf gibt es ein zweites Frühstück (Brot mit Ziegenkäse für mich und Mettwurst für meinen Mann), bevor ich mit dem Mann ein wenig an seinen neuen Flyern bastele.

     

Irgendwo im Tagesablauf immer dazwischen momentan: Das obligatorische Glas O-Saft plus Eisenpille plus Folsäuretablette. Während mein Mann schon das Mittagessen vorbereitet, säe ich auf der Terrasse noch ein paar Kräuter ein. Nur der Lorbeer und der Rosmarin haben den Winter überlebt (und ja, ich habe den Rand meiner Fingerkuppe mitfotografiert).

     

Drinnen geht es weiter, Tomaten- und Gurkenpflanzen versuche ich in Eierpappen auf der Fensterbank vorzuziehen. An Gurken habe ich mich noch nie versucht (mag ich auch eigentlich gar nicht, aber der Mann!), und die Tomaten sind letztes Jahr gar nichts geworden. Also nochmal von vorn! Als ich fertig bin, gibt es Mittagessen. Ziemlich untypisch für einen stinknormalen Donnerstag: Geschnetzeltes mit Kroketten. Lecker!

     

Nach dem Essen habe ich noch ein wenig Zeit für ein kleines Nickerchen – zum Glück, denn ich bin mal wieder ziemlich schlapp. Nach einem Power-Nap (so heißt das doch, wenn es unter einer Stunde ist, oder?) mache ich mich fertig für meinen Termin am Nachmittag, und schieße noch ein schnelles Spiegel-Selfie, um die wachsende Wampe zu dokumentieren.

     

Mein Mann nimmt mich mit in die Stadt. Von seinem Arbeitsplatz aus gehe ich ein kurzes Stück durch den Stadtpark, in dem die Krokusblüte, die letzte Woche noch wirklich beeindruckend aussah, schon wieder vorbei ist. Mein Ziel ist das Stadttheater, wo ich einen Pressetermin wahrnehmen darf.

     

Danach hole ich meinen Mann von der Arbeit ab und wir fahren zum Recyclinghof, um die Reste vom Frühjahrsputz an seinem Arbeitsplatz zu entsorgen. Zurück zu Hause geht es wieder an den Schreibtisch, doch nicht lange, denn ich muss an den Herd, meinen Heißhunger nach Pfannkuchen stillen… den hab ich irgendwie schon den halben Tag! Wie gut, dass wir alles dafür im Haus haben! Nachdem ich diesen Beitrag fertig habe, freue ich mich darauf, die Baumwoll-Babydecke für unser Bombi weiterzustricken!

     

Filzen: Freiwillig vs. unfreiwillig

Manchmal kommen die Ideen für einen neuen Blogbeitrag ganz spontan. So wie vorhin, als ich gleich zwei versehentlich zu heiß gewaschene Wollteile aus der Waschmaschine holte. Eines davon war selbstgestrickt und eines meiner absoluten Lieblingsteile des Winters: Mein Merinolero. Den habe ich so oft getragen, dass ich nicht mal ein Foto für Ravelry davon aufgenommen habe – Ihr müsst mir also einfach glauben, wie schön der war. Heute wollte ich ihn dann zum ersten Mal waschen, nur als kleine Auffrischung. Das andere geschädigte Teil war ein Merinopullover von der Stange, den ich erst zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Ich hätte heulen können.

Trotzdem geht vom Filzen, sogar vom ungewollten, ein ganz besonderer Zauber aus. Und das meine ich völlig ernst, hin und wieder habe ich ja auch schon absichtlich Gestricktes oder Gehäkeltes in die 40°C-Wäsche geworfen, und war vom Resultat jedes Mal begeistert. Die Ironie an der ganzen Geschichte ist, dass ich erst gestern ein neues Häkelstück angefangen habe, welches ich auch filzen möchte. Meh.

Somit gibt es ein paar kleine Änderungen in meinen aktuellen WIPs. Da wäre also der schon seit längerem fast fertiggestellte Deschain-Pullover, der aber irgendwie zu kurz ist und daher vorübergehend auf der Puppe vor sich hin hängt. Außerdem habe ich vor einigen Tagen die angefangene schwarze Baumwolljacke, die ich in meinem  letzten Post vorgestellt habe, angefangen, und gerade jetzt wieder aufgeribbelt. Immerhin hatte ich dafür erst zwei Knäuel verarbeitet. Aus dem Garn wird jetzt die Sommerversion des Merinolero – auch wampenfreundlich und noch viel einfacher zu stricken. Als Resteprojekt und weil ich momentan einfach mal wieder etwas idiotensicheres zum Häkeln brauche, ist ein Utensilienkörbchen in Arbeit. Dafür benutze ich Reste einer Naturwolle in meinem liebsten Rot, die ich schon vor ein paar Jahren auf einem Kunsthandwerkermarkt gekauft habe. Und genau dieser Häkelei werde ich mich heute Abend auch wieder widmen. Und mich bloß nicht ärgern über so viel ungewollte Verfilzung!

        

 

Was war, was ist, was kommt: Pouf, Sommersachen, Babykram

Gähnende Leere, umherfliegende Gestrüppbüschel. Ja, schon wieder sind hier mehrere Wochen ohne neuen Beitrag vergangen, doch das hatte Gründe. Im echten Leben war nämlich alles andere als Wüstenstimmung. Ich versuche das mal in chronologischer Reihenfolge grob zusammenzufassen. Ach ja, und wenn mir jemand sagen kann, wie diese fliegenden Büschel heißen, sagt mir Bescheid!

Was war?

Zunächst einmal kann ich stolz berichten, dass zwei meiner WIPs aus meinem Jahresrück- und -ausblick im Rahmen der Challenge #meinkreativerjahreswechsel fertig sind. Gut, bei den Socken war es auch keine große Kunst, außer, dass solche StiNo-Socken eben echt langweilig sein können, trotz schönem Muster. Warum mache ich das eigentlich immer wieder?

Ganz stolz bin ich auch auf den erst vor wenigen Tagen fertiggestellten Pouf aus Ambiente Bicolor von Lana Grossa. Die Anleitung stammt aus Filati Home 62 und ist ganz einfach. Die Herausforderung an diesem Projekt war eher die Größe. Außerdem war es gar nicht so einfach, eine geeignete Füllung zu finden. Denn erst nachdem ich bereits sämtliches Garn gekauft und damit fröhlich drauflos gestrickt hatte, ist mir aufgefallen, dass das als Füllung vorgesehene Kissen (superspeziell mit 70 cm Durchmesser und Mikroperlenfüllung) nicht mehr erhältlich ist. Also habe ich notgedrungen ein anderes Kissen gekauft, die „normale“ Füllung rausgenommen und mit extra bestellten Mikrokügelchen aufgefüllt, wovon wiederum ein nicht unerheblicher Teil später im Staubsauger gelandet ist. Die Dinger fliegen einfach überall hin! Außerdem bin ich froh, dass ich das Füllkissen schon eher eingesetzt habe als in der Anleitung angegeben. Dort heißt es, das Kissen soll rein, wenn nur noch 40 Maschen vorhanden sind (die dafür auf zwei Nadeln gelegt werden). Ich habe das bereits bei 80 Maschen gemacht, und auch das war ganz schön eng. Doch die Arbeit hat sie gelohnt und mit dem Resultat bin ich sehr zufrieden.
Neben Socken für mich und dem Pouf habe ich in den vergangenen Wochen vier weitere Paar Socken gestrickt – im Winzlingsformat!

     

Was ist?

Ja. Babysocken. Denn was ich in meinem Jahresausblick zwar schon wusste, aber noch nicht preisgeben wollte, ist, dass ich im Sommer ein Baby erwarte. Oh, wow! Neben zahlreichen kleinen und großen Veränderungen spielt in diesem Thema auch die Klamottenfrage eine Rolle. Und damit meine ich Klamotten für mich, nicht für das Baby! Denn da es schon so viele kleine und große Cousinen und Cousins und andere verwandte und bekannte Kinder gibt, mache ich mir um Babyklamotten erstmal keine Sorgen, sondern hoffe einfach, dass ich mich dort gut mit Gebrauchtem versorgen kann. Aber um meine Garderobe mache ich mir schon Gedanken. Wer mich kennt, weiß, dass ich in Sachen Kleidung eher schlicht und beinahe minimalistisch unterwegs bin. Doch was nützt es mir, dass ich bislang mit drei genau gleichen Jeans (nur in unterschiedlichen Waschungen) glücklich gewesen bin, wenn die nun einmal langsam aber sicher anfangen, zu kneifen und zu drücken. Kurzum: Es müssen ein paar neue Stücke her! Da ich alles andere als ein Shopping-Fan bin, wird das kein Spaß für mich. Was aber Spaß macht, ist, dass ich die kommenden Strickprojekte für meine Sommergarderobe voll und ganz im Zeichen des dicken Bauches planen kann!

Somit habe ich endlich das passende Projekt für das braune Bändchengarn gefunden, welches ich vor einiger Zeit in großen Mengen erworben habe: Daraus wird jetzt ein Deschain-Pullover. Die Anleitung habe ich zufällig auf Ravelry wiederentdeckt, ich fand das Teil nämlich schonmal ziemlich gut. Die Maschenprobe passt perfekt, sodass ich nichts umrechnen muss, und so habe ich mir die Anleitung gegönnt. Da er eher kurz geschnitten ist, hoffe ich, dass der Pulli mit einem dicken Bauch kompatibel ist. Das Vorderteil mit dem schönen Muster habe ich schon fertig, sodass mir jetzt nur noch die langweiligen glatt rechts gestrickten Teile bevorstehen. Als zweites „Von-mir-für-mich“-Projekt habe ich mir eine schlichte  Jacke aus dem neuen Filati-Heft ausgesucht. Das Modell ist im Original aus einem Fransengarn gestrickt, was so gar nicht meinem Geschmack entspricht. Ich nehme dafür „Cotton Style“, ein unregelmäßig dickes Bändchen (und mein Geburtstagsgeschenk an mich selbst). In schwarz, selbstverständlich. Die Maschenprobe ist schonmal super geworden – ich habe offensichtlich einen guten Lauf mit Maschenproben. Toi, toi, toi.

     

Was kommt?

Neben den vielen Fragen, die wahrscheinlich jede werdende Mutter beschäftigen,  stellt sich mir als Strickerin natürlich gleich die eine, ganz wichtige Frage: Welche Babydecke soll ich stricken? Da gab es viele Ideen, inzwischen geht die Tendenz zur Chevron Baby Blanket von Purl Soho, die ich allerdings in DK-Stärke stricken werde – ich habe mir schon eine ganze Tüte Merinogarne verschiedener Hersteller zusammengesammelt! Da ich meine Strickgeschwindigkeit kenne und zudem den Gedanken an das Stricken im hochschwangeren Zustand im Hochsommer nicht so sexy finde, werde ich bald schon damit anfangen, damit die Decke auch rechtzeitig fertig wird. Dazu gibt es demnächst bestimmt mal einen eigenen Post. Ansonsten versuche ich, trotz vieler Ideen für selbstbestrickte Babysachen, die Ruhe zu bewahren, und mir nur so viel vorzunehmen, wie auch zu schaffen ist. Deshalb steht erstmal die Decke im Fokus, und danach kommen sicherlich noch ein paar kleine, aber feine Teile für das Baby.

Außerdem spukt mir seit einigen Tagen noch eine Idee für ein Tuch im Kopf herum, für das ich gerne einen Teil meiner Flausch- und Sockengarnreste verwenden würde. Das wäre dann, aufgrund der kleinen Nadelstärke, ein ehrgeiziges Projekt. Für alles mit Sockengarn brauche ich nämlich immer wahnsinnig lange. Mindestens doppelt so lange wie alle anderen, gefühlt. Ob das also etwas wird, bleibt abzuwarten.

    Reste Sockengarn und Flauschgarn

Aufgeräumt – Garne suchen ein neues Zuhause

Ich habe aufgeräumt. Klingt banal, ist aber jedes mal schön. Und erschreckend. Schön, weil nachher alles ordentlich und gut aussieht. Erschreckend, weil ich zwar wirklich schon sehr darauf achte, nicht unnötig zu viele Dinge zu horten, aber doch immer wieder einiges aussortiere. Mein Arbeitszimmer (hier auch „das Atelier“ genannt, weil das den künstlerischen Touch unterstreicht) bewohne ich seit ziemlich genau anderthalb Jahren, und das ist nicht das erste Aufräumen. Tja.

Am schnellsten sammelt sich Papier. Dabei trenne ich in „muss abgeheftet werden“ und „Schmierpapier“. Letzteres habe ich heute von DIN A4 auf DIN A5 halbiert, sodass ich es unterwegs auf einem Klemmbrett als Notizzettel mitnehmen kann. Ja, da kommt der Öko in mir durch. Aber hey, es klappt! Ich mache das schon jahrelang und kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt einen neuen Schreibblock gekauft habe. Das muss irgendwann in meiner Schulzeit gewesen sein. Sogar das Studium habe ich größtenteils auf Restpapier absolvieren können. Fundstücke des Tages sind ein uraltes Notizbuch mit den Öffnungszeiten Stockholmer Museen, die ich während eines Praktikumsaufenthaltes besuchen wollte (habe aber nur das Moderna Museet geschafft), eine Strichliste ohne Bemerkung, was damit gezählt werden soll (ich vermute ein Strickprojekt) und eine Pflanze, die leider vor sich hinsiecht, weil ich es einfach nicht gebacken kriege, sie regelmäßig zu gießen (so viel zum Thema Öko).

     

Als nächstes ging es an die Wollvorräte. Eine niemals endende Geschichte ist das, irgendwie. Nachdem ich vor kurzem aus einem der Opal-Minis bereits das zweite Quadrat für mein Unterwegs-Projekt gestrickt habe, konnte ich den Rest abwiegen. Das Ergebnis: Ein Quadrat wiegt 5,2 Gramm, 5,5 Gramm sind vom Knäuel noch übrig. Sind etwa mehr als 15 Gramm auf einem Knäuel? Naja, zumindest sollte es für ein drittes Quadrat reichen. Was jedoch feststeht, ist, dass sich das Unterwegs-Projekt noch lange, lange hinziehen wird. Derzeit stricke ich an Quadrat Nr. 19.

     

Von einigen Garnen trenne ich mich nun auch endgültig. Bei den Flauschgarnen habe ich lange genug versucht, mir einzureden, dass ich eines Tages ganz bestimmt ein passendes Projekt dafür finden werde. Ursprünglich hatte ich sie nur als Beilaufgarne gekauft, doch das hat leider nicht geklappt. Falls also jemand Interesse hat, oder jemanden kennt, naja, Ihr wisst schon. Ich freue mich, wenn sich jemand meldet. Es handelt sich um drei Knäuel Alpaca Superlight von Lang Yarns, in den Farben 99 (Dunkelbraun), 64 (Dunkelrot) und vermutlich 126 (Hellbraun), mir fehlt die Banderole. Außerdem 1x Lusso, ebenfalls von Lang in Farbe 04 (Schwarz). Dann ist da noch ein Knäuel Novena Color in Farbe 11 (Braun-Orange-Dunkellila-Gelb…lich). Bei den Flauschig fehlen immer so 3 bis 5 Gramm, weil die, als Beilaufgarn verstrickt, ganz blöd wieder aufzuwirbeln sind und ich dann ganz ungeduldig den Rest einfach abgeschnitten habe.

     

So. Und weil Bücher bei mir zu den wenigen Dingen gehören, bei denen es kein „zu viel“ gibt, führe ich mir jetzt noch das Gesamtprogramm von C.H. Beck Wissen zu Gemüte, das ich ebenfalls irgendwo in den Papierbergen gefunden habe. Man beachte die astrein leergefegte Pinnwand im Hintergrund des Fotos. Stolz bin ich. Und erschöpft. Und frage mich weiterhin, wieso dieses Aufräumen immer so viel hervorbringt, was dann weg muss.

Eigentlich Plural: #kreativziel2018

Schon wieder ist hier in letzter Zeit nicht viel passiert… Dass das nicht gerade die beste Einleitung ist, wenn ich über meine Ziele fürs kommende Jahr schreiben möchte, ist mir klar. Immerhin habe ich (mit Ausnahme von gestern) bei der Instagramchallenge #meinkreativerjahreswechsel von Caros Fummeley und LaLilly Herzileien mitgemacht. An dieser Stelle nochmals Dank an Lena, die mich dazu eingeladen hat. Ihre Beiträge zur Challenge zeigt sie auf ihrem Blog Butterschaf.

Die Challenge war eine gute Gelegenheit, über vergangene und zukünftige Projekte nachzudenken und das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Deshalb auch ein herzliches Dankeschön an die beiden Initiatorinnen! Mir ist dabei klar geworden, dass gerade scheinbar kleine Erfolge wirklich wertvoll sind. Klingt kitschig, ist aber so.

Beispiele gefällig? Da wäre etwa der Loop namens „Goldie“, den ich aus einem wunderschönen goldgelben Garn gestrickt habe und mit Freude trage. Ein kleiner Schritt für eine Strickerin, doch für mich ist es ein großer Schritt raus aus meiner seit Jahren unveränderten Farbwelt aus Bordeaux, Grau und Schwarz. Die Anleitung zum „Code: Armonika Cowl“ gibt es kostenlos bei Ravelry. Das Muster besteht nur aus vier Reihen und ist damit sehr einfach zu arbeiten, und doch macht es so viel Spaß, die „Ziehharmonika“ wachsen zu sehen. Wie toll sie sich tatsächlich faltet, ist sehr faszinierend!

Code Armonika Cowl "Goldie"   Handarbeits-Regal

Eine weitere Errungenschaft: 2017 habe ich meinen Stash unglaublich reduziert, auch wenn dazu gehört, dass ich mich von vielen Träumereien verabschiedet habe, die so manches Garn hervorruft. Aber mal ganz ehrlich, ab einer bestimmten Menge an Garn erscheint die Verarbeitung einfach unerreichbar. Zu viele Optionen stiften mitunter eine generelle Unentschlossenheit, sodass ich für meinen Teil mich häufig nicht für ein bestimmtes Projekt für ein Garn entscheiden konnte. Daher möchte ich auch in Zukunft nur in Ausnahmefällen Garne kaufen, für die ich nicht einen ernsthaften Verwendungszweck habe.

Ein paar meiner Vorsätze für 2018 habe ich während der Challenge schon vorgestellt: Ich möchte gerne ein Paar Fingerhandschuhe stricken, und endlich mal ein schönes Lace-Tuch. Doch vorher müssen noch meine drei aktuellen WIPs beendet werden.

Work in Progress   Ausgedruckte Strickanleitungen für Projektplanung

Grundsätzlich soll auch die Ordnung im „Atelier“ (ja, so nenne ich mein Arbeits- und Strickzimmer) noch weiter verbessert werden, und eine gewissenhaftere Pflege meiner Ravelry-Projektseiten wäre auch wünschenswert, insbesondere in Sachen Fotos – dabei hilft mir hoffentlich die Büste, welche ich als Weihnachtsgeschenk bekommen habe. Ach ja, das Gleiche gilt natürlich für den Blog. Da würde ich generell gerne eine größere Themenvielfalt erreichen, denn wer sich „DIY und das Leben“ auf die Fahne schreibt, sollte auch genau das bieten, oder? Somit habe ich nicht ein großes #kreativziel2018, sondern viele kleine, passend zu meiner Erkenntnis aus dem letzten Jahr. Bis ganz bald also, und Frohes Neues!

    Schneiderbüste weiß

Das Ende ist nah! Meine Pre- und Post-Weihnachtspläne

Hoppla, ist mein letzter Beitrag wirklich schon über drei Wochen her? Irgendwie typisch, vor allem für den Dezember! Die Zeit vergeht viel, viel zu schnell! Die Adventszeit ist ja eigentlich schon die Zeit, in der es für gestrickte oder gehäkelte Geschenke beinahe zu spät ist. Wann ich das auch mal lerne, bleibt offen. Somit versuche ich wie jedes Jahr, noch zwei, drei Projekte fertig zu bekommen. Kann ja so schwer nicht sein, oder? Oder? Doch, kann es!

Ganz schnell gingen aber tatsächlich die Glitzerpuschen, die ich für die Tochter einer Freundin gehäkelt habe. Die musste ich einfach machen, nachdem ich das Kind nach seinem Farbwunsch fragte und es sofort rief: „Schwarz! Mit Glitzer!“. Ich bin sehr beeindruckt, wenn ich Kinder treffe, die nicht vom Rosa-oder-Hellblau-Wahnsinn eingenommen sind. Das ist für die Eltern sicher ein hartes Stück Arbeit! An dieser Stelle: Respekt dafür! Und ja, die Puschen sind nicht schwarz, sondern dunkelgrau, aber ich hoffe, sie kommen trotzdem gut an! Von dieser Art Hausschuhe habe ich schon mehrere Paare hergestellt, als Grundanleitung nutze ich immer diese ganz einfache Version von Drops.

Glitzerpuschen gehäkelt Kinderpuschen

Außerdem habe ich mir (wie auch im letzten Jahr) vorgenommen, meinem Mann etwas Gestricktes zu schenken (letztes Jahr wurde daraus nichts). Geplant ist die Replikation eines kraus rechts und quer gestrickten Schals, den ich ihm irgendwann in meiner Vor-Ravelry-Zeit mal geschenkt habe. Muss also mindestens vier Jahre her sein. Den Schal hat er damals nie getragen, weil ich leider zu Beginn einen Kreuzanschlag benutzt habe, dadurch war die Kante viel zu fest und drückte beim Tragen. Diesmal bin ich schlauer und habe fleißig 355 Maschen aufgeschlungen. Ja, 355 Maschen! Dadurch erscheint jede Reihe endlos lang und meine Motivation hält sich in Grenzen, obwohl das Muster, dank der Farbwechsel in jeder Reihe, echt schön aussieht! Nachdem klar ist, dass ich aufgrund diverser Ausfälle auf der Arbeit in den kommenden Wochen erheblich mehr arbeiten werde, als vorgesehen, gehe ich nicht davon aus, dass der Schal fertig wird. Dafür habe ich als kleines Trösterlein schon eine Mütze angeschlagen, die wirklich ganz schnell geht.Garne für quer gestrickten Schal von Drops und Lang Yarns

Ziemlich trübe Aussichten irgendwie, zumal ich die Häkel-Schneeflocken auch schon weggepackt habe. Vielleicht überkommt mich ja im nächsten Sommer wieder die Lust, daran weiterzuarbeiten. Worauf ich aber ehrlich gesagt jetzt schon Lust habe, sind die Projekte, für die ich mich kürzlich mit neuen Garnen eingedeckt habe. Schließlich war ich das ganze Jahr lang wirklich diszipliniert und habe meinen Stash gut verkleinert – da darf ich mir doch jetzt wohl mal ein paar Kleinigkeiten gönnen?!

Lang Yarns Forte Merino Garn

Da wären zum einen zwei Knäuel „Forte“ von Lang Yarns, ein Garn, mit dem ich schon lange geliebäugelt habe. Wenn die Weihnachtsfeiertage so entspannt werden, wie ich es mir wünsche, stricke ich mir daraus eine Mütze.

Lana Grossa Ambiente Bicolor grau weiß

Aus der „Ambiente Bicolor“ von Lana Grossa soll ein Pouf für unser Wohnzimmer werden. Dazu vielleicht in Kürze mehr. Nur mal so zum Testen habe ich schon mal angefangen, aber nach erst zwei Runden ist natürlich noch nichts richtig zu erkennen. Vielleicht folgt dann in den kommenden Tagen noch mein Weihnachtsgeschenk „von mir, für mich“, in Form von Material für einen Bolero, so wie ich ihn vor kurzem schon einmal gestrickt habe.

Damit ist also für die ersten Wochen des neuen Jahres immerhin stricktechnisch alles in trockenen Tüchern. Was das Leben sonst noch so bringt nach einem Jahr wie diesem, das ist ungewiss. Ob ich nochmal einen kleinen persönlichen Rückblick auf 2017 wagen sollte? Mal schauen. Erstmal lieber stricken…