Aufgeräumt – Garne suchen ein neues Zuhause

Ich habe aufgeräumt. Klingt banal, ist aber jedes mal schön. Und erschreckend. Schön, weil nachher alles ordentlich und gut aussieht. Erschreckend, weil ich zwar wirklich schon sehr darauf achte, nicht unnötig zu viele Dinge zu horten, aber doch immer wieder einiges aussortiere. Mein Arbeitszimmer (hier auch „das Atelier“ genannt, weil das den künstlerischen Touch unterstreicht) bewohne ich seit ziemlich genau anderthalb Jahren, und das ist nicht das erste Aufräumen. Tja.

Am schnellsten sammelt sich Papier. Dabei trenne ich in „muss abgeheftet werden“ und „Schmierpapier“. Letzteres habe ich heute von DIN A4 auf DIN A5 halbiert, sodass ich es unterwegs auf einem Klemmbrett als Notizzettel mitnehmen kann. Ja, da kommt der Öko in mir durch. Aber hey, es klappt! Ich mache das schon jahrelang und kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt einen neuen Schreibblock gekauft habe. Das muss irgendwann in meiner Schulzeit gewesen sein. Sogar das Studium habe ich größtenteils auf Restpapier absolvieren können. Fundstücke des Tages sind ein uraltes Notizbuch mit den Öffnungszeiten Stockholmer Museen, die ich während eines Praktikumsaufenthaltes besuchen wollte (habe aber nur das Moderna Museet geschafft), eine Strichliste ohne Bemerkung, was damit gezählt werden soll (ich vermute ein Strickprojekt) und eine Pflanze, die leider vor sich hinsiecht, weil ich es einfach nicht gebacken kriege, sie regelmäßig zu gießen (so viel zum Thema Öko).

     

Als nächstes ging es an die Wollvorräte. Eine niemals endende Geschichte ist das, irgendwie. Nachdem ich vor kurzem aus einem der Opal-Minis bereits das zweite Quadrat für mein Unterwegs-Projekt gestrickt habe, konnte ich den Rest abwiegen. Das Ergebnis: Ein Quadrat wiegt 5,2 Gramm, 5,5 Gramm sind vom Knäuel noch übrig. Sind etwa mehr als 15 Gramm auf einem Knäuel? Naja, zumindest sollte es für ein drittes Quadrat reichen. Was jedoch feststeht, ist, dass sich das Unterwegs-Projekt noch lange, lange hinziehen wird. Derzeit stricke ich an Quadrat Nr. 19.

     

Von einigen Garnen trenne ich mich nun auch endgültig. Bei den Flauschgarnen habe ich lange genug versucht, mir einzureden, dass ich eines Tages ganz bestimmt ein passendes Projekt dafür finden werde. Ursprünglich hatte ich sie nur als Beilaufgarne gekauft, doch das hat leider nicht geklappt. Falls also jemand Interesse hat, oder jemanden kennt, naja, Ihr wisst schon. Ich freue mich, wenn sich jemand meldet. Es handelt sich um drei Knäuel Alpaca Superlight von Lang Yarns, in den Farben 99 (Dunkelbraun), 64 (Dunkelrot) und vermutlich 126 (Hellbraun), mir fehlt die Banderole. Außerdem 1x Lusso, ebenfalls von Lang in Farbe 04 (Schwarz). Dann ist da noch ein Knäuel Novena Color in Farbe 11 (Braun-Orange-Dunkellila-Gelb…lich). Bei den Flauschig fehlen immer so 3 bis 5 Gramm, weil die, als Beilaufgarn verstrickt, ganz blöd wieder aufzuwirbeln sind und ich dann ganz ungeduldig den Rest einfach abgeschnitten habe.

     

So. Und weil Bücher bei mir zu den wenigen Dingen gehören, bei denen es kein „zu viel“ gibt, führe ich mir jetzt noch das Gesamtprogramm von C.H. Beck Wissen zu Gemüte, das ich ebenfalls irgendwo in den Papierbergen gefunden habe. Man beachte die astrein leergefegte Pinnwand im Hintergrund des Fotos. Stolz bin ich. Und erschöpft. Und frage mich weiterhin, wieso dieses Aufräumen immer so viel hervorbringt, was dann weg muss.

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Eigentlich Plural: #kreativziel2018

Schon wieder ist hier in letzter Zeit nicht viel passiert… Dass das nicht gerade die beste Einleitung ist, wenn ich über meine Ziele fürs kommende Jahr schreiben möchte, ist mir klar. Immerhin habe ich (mit Ausnahme von gestern) bei der Instagramchallenge #meinkreativerjahreswechsel von Caros Fummeley und LaLilly Herzileien mitgemacht. An dieser Stelle nochmals Dank an Lena, die mich dazu eingeladen hat. Ihre Beiträge zur Challenge zeigt sie auf ihrem Blog Butterschaf.

Die Challenge war eine gute Gelegenheit, über vergangene und zukünftige Projekte nachzudenken und das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Deshalb auch ein herzliches Dankeschön an die beiden Initiatorinnen! Mir ist dabei klar geworden, dass gerade scheinbar kleine Erfolge wirklich wertvoll sind. Klingt kitschig, ist aber so.

Beispiele gefällig? Da wäre etwa der Loop namens „Goldie“, den ich aus einem wunderschönen goldgelben Garn gestrickt habe und mit Freude trage. Ein kleiner Schritt für eine Strickerin, doch für mich ist es ein großer Schritt raus aus meiner seit Jahren unveränderten Farbwelt aus Bordeaux, Grau und Schwarz. Die Anleitung zum „Code: Armonika Cowl“ gibt es kostenlos bei Ravelry. Das Muster besteht nur aus vier Reihen und ist damit sehr einfach zu arbeiten, und doch macht es so viel Spaß, die „Ziehharmonika“ wachsen zu sehen. Wie toll sie sich tatsächlich faltet, ist sehr faszinierend!

Code Armonika Cowl "Goldie"   Handarbeits-Regal

Eine weitere Errungenschaft: 2017 habe ich meinen Stash unglaublich reduziert, auch wenn dazu gehört, dass ich mich von vielen Träumereien verabschiedet habe, die so manches Garn hervorruft. Aber mal ganz ehrlich, ab einer bestimmten Menge an Garn erscheint die Verarbeitung einfach unerreichbar. Zu viele Optionen stiften mitunter eine generelle Unentschlossenheit, sodass ich für meinen Teil mich häufig nicht für ein bestimmtes Projekt für ein Garn entscheiden konnte. Daher möchte ich auch in Zukunft nur in Ausnahmefällen Garne kaufen, für die ich nicht einen ernsthaften Verwendungszweck habe.

Ein paar meiner Vorsätze für 2018 habe ich während der Challenge schon vorgestellt: Ich möchte gerne ein Paar Fingerhandschuhe stricken, und endlich mal ein schönes Lace-Tuch. Doch vorher müssen noch meine drei aktuellen WIPs beendet werden.

Work in Progress   Ausgedruckte Strickanleitungen für Projektplanung

Grundsätzlich soll auch die Ordnung im „Atelier“ (ja, so nenne ich mein Arbeits- und Strickzimmer) noch weiter verbessert werden, und eine gewissenhaftere Pflege meiner Ravelry-Projektseiten wäre auch wünschenswert, insbesondere in Sachen Fotos – dabei hilft mir hoffentlich die Büste, welche ich als Weihnachtsgeschenk bekommen habe. Ach ja, das Gleiche gilt natürlich für den Blog. Da würde ich generell gerne eine größere Themenvielfalt erreichen, denn wer sich „DIY und das Leben“ auf die Fahne schreibt, sollte auch genau das bieten, oder? Somit habe ich nicht ein großes #kreativziel2018, sondern viele kleine, passend zu meiner Erkenntnis aus dem letzten Jahr. Bis ganz bald also, und Frohes Neues!

    Schneiderbüste weiß

Das Ende ist nah! Meine Pre- und Post-Weihnachtspläne

Hoppla, ist mein letzter Beitrag wirklich schon über drei Wochen her? Irgendwie typisch, vor allem für den Dezember! Die Zeit vergeht viel, viel zu schnell! Die Adventszeit ist ja eigentlich schon die Zeit, in der es für gestrickte oder gehäkelte Geschenke beinahe zu spät ist. Wann ich das auch mal lerne, bleibt offen. Somit versuche ich wie jedes Jahr, noch zwei, drei Projekte fertig zu bekommen. Kann ja so schwer nicht sein, oder? Oder? Doch, kann es!

Ganz schnell gingen aber tatsächlich die Glitzerpuschen, die ich für die Tochter einer Freundin gehäkelt habe. Die musste ich einfach machen, nachdem ich das Kind nach seinem Farbwunsch fragte und es sofort rief: „Schwarz! Mit Glitzer!“. Ich bin sehr beeindruckt, wenn ich Kinder treffe, die nicht vom Rosa-oder-Hellblau-Wahnsinn eingenommen sind. Das ist für die Eltern sicher ein hartes Stück Arbeit! An dieser Stelle: Respekt dafür! Und ja, die Puschen sind nicht schwarz, sondern dunkelgrau, aber ich hoffe, sie kommen trotzdem gut an! Von dieser Art Hausschuhe habe ich schon mehrere Paare hergestellt, als Grundanleitung nutze ich immer diese ganz einfache Version von Drops.

Glitzerpuschen gehäkelt Kinderpuschen

Außerdem habe ich mir (wie auch im letzten Jahr) vorgenommen, meinem Mann etwas Gestricktes zu schenken (letztes Jahr wurde daraus nichts). Geplant ist die Replikation eines kraus rechts und quer gestrickten Schals, den ich ihm irgendwann in meiner Vor-Ravelry-Zeit mal geschenkt habe. Muss also mindestens vier Jahre her sein. Den Schal hat er damals nie getragen, weil ich leider zu Beginn einen Kreuzanschlag benutzt habe, dadurch war die Kante viel zu fest und drückte beim Tragen. Diesmal bin ich schlauer und habe fleißig 355 Maschen aufgeschlungen. Ja, 355 Maschen! Dadurch erscheint jede Reihe endlos lang und meine Motivation hält sich in Grenzen, obwohl das Muster, dank der Farbwechsel in jeder Reihe, echt schön aussieht! Nachdem klar ist, dass ich aufgrund diverser Ausfälle auf der Arbeit in den kommenden Wochen erheblich mehr arbeiten werde, als vorgesehen, gehe ich nicht davon aus, dass der Schal fertig wird. Dafür habe ich als kleines Trösterlein schon eine Mütze angeschlagen, die wirklich ganz schnell geht.Garne für quer gestrickten Schal von Drops und Lang Yarns

Ziemlich trübe Aussichten irgendwie, zumal ich die Häkel-Schneeflocken auch schon weggepackt habe. Vielleicht überkommt mich ja im nächsten Sommer wieder die Lust, daran weiterzuarbeiten. Worauf ich aber ehrlich gesagt jetzt schon Lust habe, sind die Projekte, für die ich mich kürzlich mit neuen Garnen eingedeckt habe. Schließlich war ich das ganze Jahr lang wirklich diszipliniert und habe meinen Stash gut verkleinert – da darf ich mir doch jetzt wohl mal ein paar Kleinigkeiten gönnen?!

Lang Yarns Forte Merino Garn

Da wären zum einen zwei Knäuel „Forte“ von Lang Yarns, ein Garn, mit dem ich schon lange geliebäugelt habe. Wenn die Weihnachtsfeiertage so entspannt werden, wie ich es mir wünsche, stricke ich mir daraus eine Mütze.

Lana Grossa Ambiente Bicolor grau weiß

Aus der „Ambiente Bicolor“ von Lana Grossa soll ein Pouf für unser Wohnzimmer werden. Dazu vielleicht in Kürze mehr. Nur mal so zum Testen habe ich schon mal angefangen, aber nach erst zwei Runden ist natürlich noch nichts richtig zu erkennen. Vielleicht folgt dann in den kommenden Tagen noch mein Weihnachtsgeschenk „von mir, für mich“, in Form von Material für einen Bolero, so wie ich ihn vor kurzem schon einmal gestrickt habe.

Damit ist also für die ersten Wochen des neuen Jahres immerhin stricktechnisch alles in trockenen Tüchern. Was das Leben sonst noch so bringt nach einem Jahr wie diesem, das ist ungewiss. Ob ich nochmal einen kleinen persönlichen Rückblick auf 2017 wagen sollte? Mal schauen. Erstmal lieber stricken…

12 von 12 – November 2017

Schon wieder eine Premiere: Meine ersten 12 von 12! Eine tolle Aktion, die ich bei meinen Lieblingsblogs schon lange mit Freude verfolge: Am 12. eines Monats wird der Tag anhand von 12 Fotos dokumentiert, ganz egal, um was für einen Tag es sich handelt. Alle, die an der Aktion teilnehmen, sind bei Draußen nur Kännchen zu finden.

Der Tag beginnt mit unserem typischen Sonntagsfrühstück, zu dem immer eine gemuste Avocado und eine große Portion Rührei gehören. Um halb zehn gibt es die Sendung mit der Maus, leider habe ich die ersten Minuten verpasst, weil ich im Bad getrödelt habe. Ich schaffe es aber noch rechtzeitig, um die extrem niedlichen Igelbabys zu sehen.

Frühstückstisch-12-von-12-November-2017     

Als nächstes mache ich mich daran, die zahlreichen neuen Sockengarne zu wickeln, die ich in letzter Zeit erworben habe. Super nervig ist es dabei, wenn sich das nicht genutzte Ende mit dem vom Knäuel abgehenden Ende verwurstelt. Über den entstandenen Knoten habe ich mich aber nur kurz geärgert – und ihn einfach abgeschnitten, ha!

     

Nach dem Wickeln fertige ich noch schnell eine kleine Probe an, denn ich suche noch immer ein Muster für einen Schal, den ich aus dunkelblauer Merinowolle stricken möchte. Hier habe ich 1 Masche rechts, 1 Masche links im Wechsel gestrickt und die Maschen alle 3 Reihen versetzt. Das gefällt mir von allem, was ich sonst noch so probiert habe am besten. Danach bereite ich unser Mittagessen zu. Heute gibt es Lasagne mit Lachs und Spinat.

     

Wir essen gegen zwei, und danach gönne ich mir den Luxus eines kleinen Mittagsschläfchens. Das ist für mich das Schönste am Sonntag! Als ich wieder nach unten ins Wohnzimmer komme, hat mein Mann schon Kaffee gekocht. Ich schneide dazu einen Baumkuchen auf. Gemeinsam sehen wir uns das Nachmittagsprogramm von ZDF neo an, was sehr schön kurzweilig ist, ohne dabei allzu blöd zu sein.

     

Danach gehe ich wieder hoch und beginne, das Muster von vorhin auf Schalbreite zu stricken. Plötzlich gefällt es mir doch nicht mehr so gut. Also, erstmal liegenlassen. Dafür erledige ich etwas, das ich schon die ganze Woche vor mir hergeschoben habe: Den sogenannten Fragebogen zur steuerlichen Erfassung für das Finanzamt ausfüllen. Ich quäle mich durch acht Seiten Formular, das typisch behördendeutsch so verfasst ist, dass ich eine Ausfüllhilfe brauche, um zu verstehen, was da eigentlich abgefragt wird!

     

Später gibt es die Reste der Lasagne als Abendessen. In der Küche trete ich in einen kleinen Wasserfleck. Offensichtlich verliert die Spülmaschine Wasser.  Also überprüft mein Mann, ob die Klappe richtig schließt und reinigt die Ränder. Hoffentlich ist beim nächsten Spülgang alles wieder ok, sonst müssen wir wohl einen Techniker kommen lassen. Den Abend lasse ich mit ein wenig Sockenstricken ausklingen.

     

Mein erster WIP Wednesday!

Ein ganz frischer Blog*, viele angefangene Projekte und dann ist auch noch Mittwoch! Das schreit ja nur so danach, dass ich auch mal beim WIP (Work-in-Progress) Wednesday mitmache. Darauf freue ich mich schon seit Tagen, ehrlich!

Grundsätzlich bin ich eher eine Kleinzeug-Strickerin. Und häkeln, das geht bei mir nur phasenweise, aber wenn, dann mit großer Leidenschaft. Und das lässt sich auch an meinen WIPs erkennen!

So gut wie immer habe ich ein Paar Socken in der Pipeline. Dadurch, dass ich viel Projekt-Hopping betreibe, dauert es allerdings ewig, bis dann mal wirklich beide Socken fertig sind. Derzeit liegt Socke 1 des aktuellen Paares auf den Nadeln – das aber schon seit etwa zwei Wochen! Das Garn ist von Regia, die Serie heißt „Karibik Color“ und gefällt mir super gut!

Stricksocke Karibik Color Regia

Projekt Nummer zwei ist eine Mütze, die ich eigentlich gestern fertig haben wollte. Blöd genug, wenn man sich tatsächlich darauf einlässt, kraus rechts in Runden zu stricken. Doch leider sah das Modell dann ganz und gar nicht so aus, wie auf dem Landlust-Booklet.

Irgendwie ist sie zu kurz geraten und sitzt auf meinem Kopf nicht schön locker und „slouchig“, wie auf dem Kopf des Models. Daher stricke ich nun noch ein Rippenbündchen an. Meh.

Mein derzeit schon am längsten auf Vollendung wartendes Projekt ist eine weihnachtliche Häkel-Deko aus weißem Glitzergarn, die ich in weiser Voraussicht schon Mitte August begonnen habe. Irgendwie sind aber doch erst gut die Hälfte aller Schneeflocken fertig, die laut Anleitung gehäkelt werden sollen, um hinterher als großes Baumbild wieder zusammengesetzt zu werden. Und selbst, wenn ich die Einzelteile bald fertig bekommen sollte, muss ich ja auch noch alle Fäden vernähen, die Teile spannen und schließlich auf eine große Platte aufbringen…
Die Anleitung ist übrigens von Red Heart und daher auf amerikanisch, dafür aber kostenlos hier zu finden.

Soweit also zu meinen WIPs. Und noch so vieles mehr ist noch in Planung, nicht nur für Weihnachten. Dazu vielleicht bald mehr. Bis dahin!

 

* Wurde die Frage, ob es der oder das Blog heißt, eigentlich schon abschließend geklärt? Ich bitte um Aufklärung!

Schietwetter hin, Schietwetter her! Ein Suppenrezept.

An dieser Stelle könnte eine der schon zu häufig verwendeten Einleitungsfloskelierungen stehen, die dem Leser den Nutzen einer leckeren heißen Suppe verdeutlichen sollen. Aber dass Schmuddelwetter gleich Suppenwetter ist, das hat wohl jeder inzwischen verstanden. Ich sehe das genauso, verzichte aber auf weitere Ausführungen à la „Wenn ich an einem verregneten Herbsttag nach Hause komme…“.

Grundsätzlich liebe ich Suppe.  Der Aufwand ist gering – die meiste „aktive“ Zeit verbringe ich mit dem Schnippeln der Zutaten, und ansonsten köchelt alles ohne mein Zutun einfach vor sich hin. Zum Glück zählt Suppe zu den Speisen, die durch erneutes Aufwärmen nicht leiden, sondern sogar gefühlt noch besser werden! Deshalb bereite ich sie oft morgens zu. Dadurch, dass mein Mann und ich häufig unterschiedliche Arbeitszeiten haben, kann sich jeder daran bedienen, wann er mag (auch wenn es unschön ist, nicht gemeinsam essen zu können).

Wenn ich für so eine Mahlzeit einkaufe, nutze ich keine Mengenangaben, die ich mir vorher aufschreibe, sondern kaufe alles „Pi mal Daumen“. Daher kann ich hier keine genauen Angaben machen, aber, hey: Das Prinzip Suppe funktioniert generell unabhängig von exakten Zutatenmengen (ganz im Gegensatz zum Backen, aber dazu vielleicht ein andern mal mehr).

Heute gab es Hack-Lauch-Suppe, die ist super einfach und ganz schnell zu kochen. Ich habe dafür etwa 40 Minuten gebraucht. Sie reicht für 2 sehr hungrige Personen:

400g Rinderhack in ordentlich Butterschmalz anbraten, sodass es bröselig wird (und keine rosa Stellen mehr zu sehen sind). Eine Stange Porree, in mundgerechte Stücke geschnitten, und ca.
5 mittelgroße mehligkochende Kartoffeln, geschält und in kleine Würfel geschnitten, dazugeben und kräftig anbraten. Der Schlüssel zu gutem Geschmack sind die Röstaromen! Alles mit ca. 1l Gemüsebrühe ablöschen (wir hatten noch selbst gekochte Brühe da, ansonsten tut es auch die körnige Brühe aus dem Glas oder ein Suppenwürfel). Einmal aufkochen lassen und dann bei mittlerer Hitze mit geschlossenem Deckel 20 Minuten köcheln lassen. In der Zwischenzeit ca. 2 handvoll braune Champignons putzen und vierteln. Nach der Garzeit die Champignons sowie ca. 1/2 Becher Frischkäse hinzugeben. Dann mit Pfeffer, Paprika- und Chilipulver und etwas Muskatnuss abschmecken.

Hack-Lauch-Suppe

Guten Appetit und bis bald!

Was soll das hier? Versuch eines Anfangs.

Ok, los geht’s. Ich möchte gern mal erklären, was es mit diesem Blog auf sich hat.

Die Blogwelt hat mich immer fasziniert, und der Wunsch, selbst zu bloggen, hat sich schon vor langer Zeit in mir geregt. Doch bislang habe ich einfach nicht angefangen. Genau diese blöde Angewohnheit begleitet mich schon zu lange, egal, worum es im Leben geht: Immer träumen, aber sonst nichts weiter unternehmen. Damit soll nun Schluss sein! Mein Blog soll mitunter auch Zeichen meines Willens zur Veränderung sein.

Ich habe Interessen, Hobbies, eine Meinung zu vielem – und doch ist es mir schwer gefallen, mich thematisch irgendwie festzulegen. „Ein bisschen von allem“ – oft rümpfe ich die Nase, wenn mir diese Floskel begegnet. Trotzdem verwende ich sie jetzt auch. Muss ich mich dafür rechtfertigen? Ach, nee.
Was mir gefällt, was mich bewegt, worüber ich nachdenke, all das soll hier „verbloggt“ werden. Daher wird es sicher einiges zum Thema DIY und Handarbeiten geben, allen voran zum Stricken, aber auch Eindrücke aus meiner Küche. Unweigerlich präsent ist auch die Frage nach dem guten Leben, und damit verbunden Themen wie Nachhaltigkeit, Entschleunigung, Minimalismus, Gleichberechtigung.

Ach so, und warum „kein Fräulein“? Diesen Namen habe ich mir vor längerer Zeit ausgedacht, und ich wusste seitdem, dass mein Blog so heißen sollte (an dieser Stelle checke ich sehr zufrieden ein Kästchen auf meiner Langzeit-To-Do-Liste). Grundsätzlich war und bin ich sehr verwundert über diesen „Fräulein“-Wahn, im Internet, aber auch in der realen Welt. Fräuleins sind irgendwie immer zuckrig-niedlich, ihre Welt ist stets angenehm perfekt und pastellfarbig und ihre Blogposts sind mit Fake Calligraphy überschrieben. Warum eigentlich toughe und coole, meist junge Frauen sich mit einem solchen Begriff identifizieren, war mir nie so ganz klar, und ich wusste: Das will ich nicht, und das bin ich auch nicht!

Soweit fürs erste. Willkommen also auf meinem Blog und bis bald!